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Sankt Andreas Altheim, Hornbacher Str. 1
Sankt Pirminius Hornbach, Bitscher Str. 5
Unbefleckte Empfängnis Mariä Riedelberg Hauptstr. 25
Sankt Cyriakus Großsteinhausen, Hauptstr. 6
Sankt Thomas Oberauerbach, Am Gentersberg 13
Maria Königin der Engel Stambach, Dellfelder Str. 25
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Während der Corona Pandemie veröffentlichen wir hier das Evangelium und die Predigt zum jeweiligen Sonntag.

 

 
Pfarrer Johannes Müller: Predigt Pfingstsonntag (31. Mai 2020)
 
Lesungstexte: Apg 2,1-11
1 Kor 12,3b-7.12-13
Joh 20,19-23
 
Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,
es lief gut in der deutschen Wirtschaft: Der Export boomte, volle Auftragsbücher, selbst der Staat machte wiederholt keine Schulden mehr, sondern verzeichnete eine „schwarze Null“. Doch dann kam Corona und veränderte alles – und diese Pandemie hat uns noch immer im Griff! In Deutschland schauen wir mittlerweile zwar weniger auf das Virus selbst, auf die Zahl der Infizierten und der Toten, sondern blicken hilflos auf die Folgeschäden der Krise, des Lockdowns. Diese sind im sozialen Bereich zu spüren, etwa Vereinsamung durch Kontaktbeschränkungen, aber vor allem im ökonomischen Bereich: Stornierungen, Umsatzeinbrüche, eine drohende Konkurswelle, verbunden mit Arbeitsplatzabbau und Arbeitslosigkeit. Aber die Regierung will nun handeln und verspricht immense Kapitalspritzen für die Unternehmen. Man ist sich sicher, dass man die Wirtschaft wieder beleben kann, dass die Konjunktur bald wieder anspringen und boomen wird. Manche vergleichen diesen Masterplan schon mit einem neuen „Marschallplan“, der nach dem zweiten Weltkrieg mit finanzieller Hilfe die europäischen Unternehmen wieder auf die Beine stellte und laufen lernte.
Solch einen Masterplan zum Laufen Lernen wünschen sich auch die Jünger im heutigen Evangelium. Es lief gut mit Jesus; er hatte Erfolg bei den Menschen, aber dann kam das Kreuz und somit das jähe Aus, das Ende von Jesus. Nun sitzen die Jünger verängstigt in einem Raum und haben sich abgeriegelt von der Welt. Und auch nachdem Jesus durch die verschlossene Tür eintrat, ändert sich an dieser Einstellung noch nichts, sie bleiben verängstigt. Selbst den Apostel Thomas, der bei dieser Begegnung fehlte, können sie anschließend nicht von Jesu Auferstehung überzeugen. Sie sind noch immer wie gelähmt; da läuft noch nichts, das ist wie beim Lockdown, wo alles stillsteht, wie tot ist.
Ob der finanzielle Masterplan der Regierung Erfolg haben wird, muss die Zukunft zeigen. Der Masterplan, den Jesus bei seiner Begegnung mit den Jüngern verspricht, hat Erfolg gehabt; und dieser Masterplan hat auch einen Namen: Es ist der Heilige Geist, der Geist Gottes selbst, der 50 Tage später auf die Jünger herabkommt. Der Heilige Geist, der göttliche Beistand, verändert die Jünger mit einem Schlag. Er setzt in ihnen unbekannte Potenziale und Talente frei: Aus verängstigten und verschlossenen Menschen werden mutige, be-geisterte Glaubensboten, die in die Welt hinausgehen, ganz spontan, geistgewirkt; da braucht man weder Stuhlkreise zu bilden, noch Synoden abzuhalten oder textlastige Dokumente zu verabschieden. Vom Heiligen Geist erfüllt, evangelisieren die Jünger, d.h. sie werden zu Glaubenszeugen und später viele auch zu Märtyrern. Die Apostelgeschichte zeigt uns, dass unser Glaube keine Privatangelegenheit ist, sondern alle Menschen einbezieht. Unseren Glauben dürfen und brauchen wir auch nicht zu verstecken oder zu verheimlichen. Am Pfingstfest entsteht die Kirche –
keine Privatsache, keine Sekte, sondern eine Gemeinschaft, ein Zusammenwirken zwischen den Menschen und zwischen Gott und uns Menschen. Eine Gemeinschaft kann aber nur gelingen, wenn alle Glieder liebend miteinander verbunden sind. Genau das ist das tiefste Geheimnis Gottes, das er uns im Heiligen Geist mitteilt: seine Liebe.
Die Liebe Gottes ist viel mehr als eine Eigenschaft – sie ist eine Haltung, eine Einstellung Gottes. Weil Gott uns liebt, trotz unserer Sünden, erlöst er uns. Gerade wegen unserer Sünden stirbt Jesus am Kreuz und offenbart uns dadurch Gottes grenzenlose Liebe; eine Liebe, die uns verändern und prägen, die auch uns zu Liebenden machen soll. Wenn wir in die Welt blicken, suchen wir entsprechende Zeichen der Liebe oft leider vergeblich, im Gegenteil: Hass, Streit und Eifersucht bestimmen immer wieder den Alltag. Durch seine Auferstehung zeigt uns Christus aber, dass mit dem Tod auch die alte, sündige Welt überwunden und neugestaltet werden soll. In diese Neugestaltung der Schöpfung sind auch wir als Gläubige aktiv einbezogen. Gott traut uns das auch zu und er gibt uns einen Vertrauensbeweis: Nicht zufällig lautet das erste Wort des Auferstandenen an seine Jünger: „Friede sei mit euch!“ Er hätte sie wegen ihrer Feigheit bei seiner Passion eigentlich tadeln können, aber er schenkt ihnen erneut Vertrauen und Frieden. Ohne seinen Frieden, ohne mit ihm versöhnt zu sein, könnten die Jünger auch gar nicht das fortsetzen, was mit Jesus schon begonnen hat: das Reich Gottes. Der Heilige Geist befähigt sie, an diesem Reich mitzuwirken, er macht sie zu Werkzeugen Gottes. Am deutlichsten wird das vielleicht schon im Pfingstwunder: Durch die Kraft des Heiligen Geistes können sich die Jünger verständlich machen, über alle Sprachen- und Kulturgrenzen hinweg.
Aber ist das, was in der Geburtsstunde der Kirche passiert, wirklich so einfach? Läuft die Verkündigung des Evangeliums immer so leicht, so harmonisch ab? Unsere Erfahrung spricht oft dagegen und so mutmaßen auch schon beim historischen Pfingstfest einige Umstehende, dass die sprachliche Verständigung nur deshalb klappt, weil die Jünger wohl zu viel süßen Wein getrunken hätten. Gottes Wirken in seinem Geist kommt in den Erklärungsmustern der Welt offensichtlich nicht vor, im Gegenteil, da wirkt oft ein Ungeist, ein unheiliger Geist, der versucht, uns zu irritieren, von Gott wegzuziehen und Sand in den Masterplan Gottes zu streuen. Als Christen müssen wir daher lernen, die Geister, die wir täglich wahrnehmen, zu unterscheiden. Dazu möchte uns der Heilige Geist befähigen und erleuchten, damit wir erkennen, was wirklich der Wille Gottes ist.
Den Heiligen Geist haben wir empfangen bei unserer Taufe; damals begann Gottes Masterplan mit uns. Und als wir bei der Firmung mit dem Geist Gottes gestärkt wurden, haben wir „ja“ gesagt zu diesem göttlichen Plan. Die Firmung ist unser persönliches Pfingstfest. An Pfingsten werden wir daran erinnert, dass wir Teil der Kirche sind, in der jedem von uns aber auch eine Aufgabe, eine Berufung zukommt. Bitten wir als Werkzeuge Gottes den Heiligen Geist regelmäßig um die rechte Erleuchtung, den nötigen Mut und die erforderliche Stärke für unser Leben als Getaufte.
Amen
(Pfarrer Johannes Müller)